Chancen und Risiken im pro-aktiven Umgang mit Online-Reputationsnetzwerken

Chancen und Risiken im pro-aktiven Umgang mit Online-Reputationsnetzwerken

Gemeinsamer Artikel mit Marcus Kaiser

Online-Bewertungssysteme sollten als ernst zu nehmender Public-Relations-Kanal verstanden werden, da sie neben einer großen Nutzerschaft auch über eine hohe Glaubwürdigkeit verfügen und die Bewertungen weltweit, jederzeit und in enormer Geschwindigkeit verbreitet und wahrgenommen werden können und zudem über eine enorme Langlebigkeit verfügen. Es ist zu erwarten, dass nicht zuletzt aufgrund der zunehmenden Verbreitung von internetfähigen Handys die Nutzung von Online-Bewertungsplattformen weiter steigen wird. Kulturbetriebe sollten daher offensiv mit dem Thema Reputationssysteme umgehen, um nicht im Nachhinein negativ überrascht zu werden.
Bei einem aktiven Umgang mit dieser besonderen Spielart der Public Relations sollte der Kulturbetrieb authentisch und ehrlich aber auch diskussionsbereit kommunizieren. Der Kulturschaffende sollte damit rechnen auch negative Bewertungen zu erhalten, um in der tatsächlichen Situation nicht überhastet und möglicherweise unbedacht zu reagieren. Die Prüfung, ob es sich um eine berechtigte bzw. unberechtigte Kritik eines „normalen Users“, die Schmähkritik eines Trolls oder gar um eine Kritik handelt, die vom Plattformbetreiber gelöscht werden muss, sollte in jedem Fall vor einer möglichen Reaktion erfolgen. Dies durchaus vorsichtige Vorgehen sollte Kultureinrichtungen aber nicht davon abhalten, sich dem Feedback zu stellen und beherzt und offensiv in die Welt des Web2.0 einzutauchen. Ein großer Teil des (potentiellen) Publikums ist bereits dort.

In Janner, Karin und Holst, Christian und Kopp, Axel (Hrsg.): Social Media im Kulturmanagement: Grundlagen, Fallbeispiele, Geschäftsmodelle, Studien; mitp Verlag, 2011; S. 77 – 100

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