In Vier Schritten zum Online-Geschäftsmodell

In Vier Schritten zum Online-Geschäftsmodell

Das Internet aufbauend auf einer neuen Form der Telekommunikation aggregiert und integriert alles, was digitalisierbar ist, erweitert darüber hinaus die Integrationswilligkeit der Nutzer selbst und dies alles bei vernachlässigbaren Grenzkosten. Die sich hieraus ergebende ungeheure wirtschaftliche und soziale Kraft erlaubt das Aufbrechen von ganzen Wertschöpfungsketten, da es einen Markt mit endlichem Angebot durch einen Markt mit unendlichem und aufgrund der Marktstruktur zumeist kostenlosem Angebot ersetzt.

Sobald das Produkt digitalisierbar wird, ist es mittels des Internets potentiell unendlich vorhanden und kann mit vernachlässigbaren Grenzkosten vervielfältigt und vertrieben werden. Das ist die Ursache des sehr realen Paradoxons virtueller Geschäftsmodelle, da man versucht in einem Markt Geld zu verdienen, in dem man eigentlich für sein Produkt nichts verlangen kann. Will man in diesem Markt aus kommerzieller Sicht überstehen, muss man es schaffen, entweder sein Produkt (wieder) zu verknappen oder durch eine markt-beherrschende Position dem Konkurrenzdruck auf die Preisgestaltung zu entgehen.
Ein Online-Geschäftsmodell, das sich nicht mit dieser Frage der Markt-Beeinflussung beschäftigt, ist unvollständig.

Targeting kann hier oftmals der Schlüssel zur Monetarisierung des Geschäftsmodells sein. Es nutzt die Kraft des Internets zur Integration und Aggregation und ist in der Lage das eigene Gut durch proprietäre Algorithmen zu verknappen, so dass der Mehrwert der Interpretation und Auffindbarkeit einen Preis über den Grenzkosten verlangen kann. Die Daten selbst wären kaum verkaufbar. Nur die Aggregation mit anderen Daten und die Interpretation machen sie wertvoll, d.h. knapp.

,In Bauer, Christoph und Greve, Goetz und Hopf, Gregor: Online Targeting und Controlling – Grundlagen, Anwendungsfelder, Praxisbeispiele; Gabler Verlag, 2011, S. 23-42

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