„Voll Free Digger!“

„Voll Free Digger!“

Kellys Mehrwerte als zentraler Bestandteil eines Online-Geschäftsmodells

Das Internet hat eine ungeheure Kraft, existierende Märkte aufzubrechen ab dem Moment, ab dem das Produkt digitalisierbar wird. Das Internet kann jedoch den Markt auch nicht neu erfinden. Die grundlegende Kraft des Internets, die es ihm erlaubt, existierende Märkte neu zu ordnen, wird auch zu seiner Schwäche: in vermeintlich perfekten Märkten mit vernachlässigbaren Grenzkosten kann man nur Geld verdienen, wenn man sein Gut wieder (künstlich) verknappen kann oder Marktmacht erreicht und sich somit in der Preispolitik von den Grenzkosten lösen kann. Kellys Mehrwerte bieten noch einen weiteren gangbaren Weg. Er argumentiert, dass das Geschäftsmodell versuchen muss, sein digitales Produkt um mindestens einen nicht kopierbaren Wert zu ergänzen, so dass die Knappheit des generativen Wertes auf das ursprüngliche Produkt übergeht. Insbesondere Kunst- und Kulturangebote können diesen Weg gehen. Generell gilt es allerdings anzumerken, dass die Online-Einnahmen mit wenigen Ausnahmen den traditionellen Einnahmequellen zumindest noch nicht ebenbürtig sind. Nur sehr wenige Kunst- und Kulturschaffende können ein Geschäftsmodell alleine auf die Online-Auswertung ihrer Arbeiten stützen. Jeder Kunst- und Kulturschaffende sollte daher die Vor- und Nachteile eines digitalen Online-Angebotes in seinem Einzelfall sehr genau abwägen.

In Janner, Karin und Holst, Christian und Kopp, Axel (Hrsg.): Social Media im Kulturmanagement: Grundlagen, Fallbeispiele, Geschäftsmodelle, Studien; mitp Verlag, 2011; S. 383 – 402

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